Sendung,
58 MIN

#30: Anomalisa / Brooklyn

Januar 31, 2016


Inhalt

Diese Woche spricht Tom Noonan unsere Stimmen in der Diskussion um ANOMALISA, dem neuen Animationsfilm von Charlie Kaufman. Außerdem üben wir mit BROOKLYN die Aussprache schwerer irischer Vornamen.

Für Feedback oder Fragen schreibt eine Mail an feedback@longtake.de. Wir freuen uns sehr über jegliches Feedback via Mail, Kommentarfunktion oder Facebook und Twitter (@longtakede) und auch über jegliche andersartige Unterstützung, vielen Dank für’s Zuhören!

An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

 

Shownotes
  • 0:00

    Begrüßung

  • 02:27

    Filmdiskussion: Anomalisa

  • 32:54

    Filmdiskussion: Brooklyn

  • 53:17

    Verabschiedung + Social Media + Filme der nächsten Woche

4 Kommentare

  1. PandaVegetto sagt:

    Ich habe die Filme noch nicht gesehen, für einen Kinobesuch haben mich beide nicht genug gereizt. Dann als VoD zu Hause. Gerade Brooklyn hört sich für mich jetzt noch viel langweiliger an, als es das Filmplakat schon zu vermitteln versucht.

    Lucas schreibt ja zurzeit wirklich mehr bei letterboxd, wie es da mit Johannes aus? Keine Lust mehr auf Filmtagebuch?

    Zu The Hateful Eight hätte ich natürlich am liebsten schon diese Woche etwas gehört. Einen Podcast zu Alvin und die Chipmunks: Road Chip wäre bestimmt auch sehr amüsant, ich habe zum Glück noch keinen Film dieser Hit-Animationsreihe gesehen.

    1. Johannes sagt:

      Ja, Brooklyn erfindet jetzt das Rad nicht neu aber der Film trägt den *BUSCH* „Hach, wie nett“-Stempel mit Stolz.

      Ich bin demotiviert von dem Pensum, das Lukas bei Letterboxd so raushaut. Ich werde mich bemühen, da wieder mehr zu loggen. Morgen… Oder übermorgen.

      Ja, Hateful 8 gibt’s dann nächste Woche dafür in aller Ausführlichkeit mit Spoiler Teil und allem, was das Herz begehrt! Außerdem noch Die Kinder des Fechters.

  2. Kamil sagt:

    Sehr schade, dass euch ‚Anomalisa‘ nicht erreichen konnte. Ich kann es auf gewisse Art aber auch nachvollziehen, denn ihr habt schon völlig Recht, wenn ihr meint, dass es im Prinzip ein verdichtetes ‚Synecdoche, New York‘ war. Das war damals so ein übergroßer Film, das danach eigentlich alles gesagt war und dann in künftigen Projekten nur noch als Reprise wiederverwendet werden kann.
    Mich hat der Film trotzdem außerordentlich berührt. Die Welt von Kaufman ist eigentlich eine so unangenehme und schmerzende und doch hat sie eine umarmende Wirkung auf mich. Sie ist so voller Absurditäten und Missverständnisse, dass man gar nicht anders kann, als über sie zu lachen. Und wie soll man Unsicherheiten und Unvermögen im menschlichen Aufeinandertreffen sonst begegnen, wenn nicht mit einer Prise Humor? Irgendwie hat das was tröstendes für mich.
    Ich fand es auch sehr kunstvoll, wie Kaufman es schafft, den Verlauf einer gesamten Beziehung innerhalb nur einer Nacht zu zeichnen und ich weiß nicht, ob es für mich so effektiv gewesen wäre, wenn der Film nicht ständig mit dieser Spannung zwischen Hyperrealität und Künstlichkeit gekämpft hätte. Bei der Frühstücksszene hat es nämlich bei mir auf sehr herzzerreißende Art kumuliert. Da hatte ich wirklich das Gefühl Inhalt und Form verschmelzen.

    Aber wie dem auch sei, eigentlich bin ich nur hier, um euch die Bude vollzuschleimen. Aus mir unerfindlichen Gründen habe ich erst gestern das erste Mal zu euch gefunden und war nach den Jahres-Bestenlisten so von euch begeistert, dass ich heute direkt die nächsten Sendungen gesuchtet habe. Ein unglaublich tolles Projekt, was ihr hier aus dem Boden gestampft hat! Endlich wieder ein Filmpodcast, der sich nicht in bloßen inhaltlichen Nacherzählungen verrennt, sondern die Essenz und den Ton eines Films wirklich zu destilieren und in Worte zu kleiden weiß! Man hört eure Expertise in Sachen Film stets heraus und wie ihr auch die Form eines Films so herausgreifen könnt und sie nicht im luftleeren Raum schweben lässt, sondern sie letztlich wieder zu unserer ‚conditio humana‘ (von der diese Episode ja die Rede war ;-)) zurückführt.
    Okay, das klingt jetzt viel triefender, als ich ursprünglich geplant hatte 😉 Deswegen in Kürze: ihr seid spitze und habt mich als neuen Hörer sofort hinzugewonnen! Freue mich auf alles weitere mit euch! :)

    1. Johannes sagt:

      So, musste erstmal sicher gehen, dass ich auf dem Weg zum Antwortbereich nicht ausrutsche. Ne, vielen Dank für die lobenden Worte, freut uns natürlich. Wir hoffen, dass wir uns in Zukunft auch weiter verbessern können. Verbesserungsvorschläge werden auch gerne entgegengenommen.

      Zu Anomalisa: Finde deine Sicht auf den Film sehr romantisch, vielleicht ist da ja doch mehr als Nihilismus. Gerade die Frühstücksszene war natürlich sehr eindrucksvoll und verdeutlicht noch einmal, wo genau hier das Problem liegt, nämlich in ihm selbst. Für mich dreht sich hier alles nur um ihn, deswegen würde ich auch widersprechen, wenn du sagst, dass Kaufman es schafft, den Verlauf einer Beziehung darzustellen. Das beginnt schon damit, dass es sich bei Lisa garnicht um eine echte, herausgearbeitete Person handelt, sondern um eine Charikatur und Metapher. *Spoiler ab hier* Und es ist für mich auch keine wirkliche Beziehung, sondern ein romantisches aber bedeutungsloses One-Night-Stand, aus dem Michael Stone in seiner Unbeholfenheit und Verzweiflung mehr machen möchte, als wirklich da ist. Er versucht, die Verunsicherung und Initiativlosigkeit einer Person für seine Zwecke zu missbrauchen und schafft es abermals nicht, zu bemerken, dass genau das das Problem darstellt. Dies lässt sich auch mit der Interpretation vereinbaren, dass der gesamte Film in Michaels Innenwelt spielt. Er ist so damit beschäftigt, sein inneres Glück zu erzwingen, dass ihm genau das niemals möglich sein wird.

      So hat sich der Film zumindest für mich entfaltet aber mir gefällt deine alternative Sichtweise eigentlich sogar besser.

Schreibe einen Kommentar

Nach oben scrollen