Sendung,
92 MIN

#31: The Hateful Eight (Spoilertalk)

Februar 06, 2016
MP3

Die drei wenig hasserfüllten Moderatoren des Longtake Podcasts finden sich erneut zu einem Spoilertalk zusammen, nur um feststellen zu müssen, dass sich ein hinterhältiger Verräter in ihre Reihen geschmuggelt hat. Schon bald finden sie sich in einem verbalen Blutbad wieder, welches Tarantinos eigenen Dialogen an Eloquenz und Ambivalenz in Nichts nachstehen muss.

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An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Shownotes
  • 0:00

    Begrüßung

  • 0:51

    Die „Roadshow“ Experience: Hateful 8 in 70mm im Kino

  • 10:06

    Spoilertalk: The Hateful 8

  • 1:27:51

    Verabschiedung + Social Media + Filme der nächsten Woche

11 Kommentare

  1. PandaVegetto sagt:

    Sehr gute Folge! Nur Lukas hatte wieder den kleinsten Redeanteil.
    Ich gebe auch 4/5 Sternen und kam sehr gut gelaunt aus dem Kino. Samuel L. Jackson sollte man wirklich noch einmal extra für seine Performance loben. Die Roadshow hätte ich gerne gesehen, aber 250 km zum nächsten Kino waren mir etwas zu weit.

    Bei den ganzen Hobbyfilmblogs auf WordPress konnte man sehr gut nachlesen, wie sich sogenannte Tarantino Fans über TH8 beschweren und teilweise sogar rumjammern. Meistens mit dem Vermerk, dass man ja alle Filme (bisher) mag und Jackie Brown nicht kennt.
    Das Publikum bei mir im Kino hat auch viel mehr gelacht als ich. Da kann ich es unterschreiben, wenn Johannes von „dummen Zuschauern“ spricht.

    Für die nächste Woche klingt Chi-Raq für mich am interessantesten, Suffragette muss ich aber auch noch sehen.

    1. Johannes sagt:

      Danke, wir waren uns nicht sicher, ob es nicht vielleicht etwas zu ausführlich, bzw. repetitiv und wirr war. Aber wenn es gefallen hat, ist ja alles dufte.

      In der Tat besprechen wir in der nächsten Folge Chi-Raq und Suffragette, ist auch schon im Kasten! :) Da reden wir auch nochmal ein wenig über den guten Samuel.

  2. Kamil sagt:

    Tolle Folge, die nicht nur den Film als solchen sehr ausgiebig besprochen hat, sondern auch Tarantino als Künstler in seiner Gesamtheit in den Fokus gerückt hat.
    Ich muss zugeben, ich habe beim Hören der Folge eine ähnliche Entwicklung durchlebt wie auch schon Johannes: Gerade der Einstieg nach der Pause ist mir doch sehr seltsam aufgestoßen und ich habe die Stimme Tarantinos als ähnlich arbiträres Stilmittel angesehen wie beispielsweise den Schwarz-Weiß-Wechsel in ‚Death Proof‘. Lukas‘ Interpretation gefällt mir jedoch außerordentlich gut und es verleiht dem gesamten Film den richtigen Kontext.

    Überhaupt merke ich an mir, dass es tatsächlich einer dieser Filme geworden ist, der mir bei längerem Mitschwingen und Nachdenken mehr und mehr gefällt. Ich bin zwar schon relativ glücklich aus dem Kino herausgekommen (im Übrigen durfte ich auch die 70 mm-Fassung in Essen bewundern: bei den Aufnahmen draußen im Schnee habe ich einen klaren Unterschied vernommen, in der Hütte angekommen ist das zugegeben bei mir verblasst), aber doch mit dem klaren Gefühl, dass mir der Anfang mehr gefallen hat als die Auflösung des Films in der zweiten Hälfte. Der atmosphärische Aufbau im Zusammenspiel mit diesem Soundtrack – eine in Notenform gebrachte bombastische Paranoia – und die Einführung der Charakter, von denen man sich auch einfach nur wünscht, dass sie sich in aller Ruhe aussprechen mögen, haben mir wahnsinnig imponiert. Das Ende hingegen mit der typischen Gewaltorgie und dem letzten Shot überhaupt empfand ich hingegen als schon fast etwas plump, weswegen es mir unverständlich erscheint, weshalb einige Kritiker dem Film ein nihilistisches Schulterzucken vorwerfen – für mich steckt hinter dem Edde ein klares Politikum. Aber auch hier hat mir der Podcast doch weitere Denkanstöße gegeben, die mich haben weitere Ebenen entdecken lassen. Großartig!

    Zum Schluss würde mich natürlich interessieren, wo ihr euren persönlichen Lieblings-Tarantino gefunden habt? In den Zitatefeuerwerken à la Death Proof und Kill Bill? In den Anfangswerken, die das Genre-Kino heftig auf den Kopf gestellt haben oder doch eher bei den geschichtlichen Anklagen seiner Spätwerke? Meine persönliche Heilige Kuh wird wohl auf ewig Pulp Fiction bleiben.

    1. Lukas M. sagt:

      Als Frühwerkfetischist ist mein Lieblingstarantino ganz klar Reservoir Dogs, sehr dicht gefolgt von Pulp Fiction und Jackie Brown.

    2. Johannes sagt:

      Merci bohkuh. Ja, also ich muss sagen: In der Form eines Voice Overs finde ich Tarantinos Auftritte deutlich erträglicher als wenn er versucht, selbst im Film zu spielen. Freut mich aber, zu sehen, dass der Film unter unseren Zuhörern (allem Anschein nach) doch ganz gut wegkommt. Das Ende hielt sicherlich mit seiner Inszenierung nicht hinter dem Berg aber dennoch finde ich, dass es in der Interpretation sehr ambivalent gedeutet werden kann. Natürlich merkt man hinter diesem ganzen Film Tarantinos Agenda und doch steckt wahrscheinlich mehr hinter dem Gemetzel, als man zunächst vermutet. Wir haben das ja im Pod angeschnitten. Bin gespannt, wie sich der Film bei einem Rewatch auf der heimischen Couch schlägt und welche Deutungsweise sich mir dann aufdrängt.
      Zu dem Lieblings-Tarantino hülle ich mich erstmal in Schweigen. Erstens, weil mir darauf gerade keine definitive Antwort einfällt und zweitens, weil wir dazu ja in Zukunft vielleicht mal eine Sondersendung machen können. Vielleicht anlässlich des 10. Films von Tarantino? Ist ja nicht mehr so lange hin. ?

  3. jacker sagt:

    Moin Leute,

    Johannes‘ Erklärung für die Notwendigkeit einer gebogenen Leinwand bei 70mm hat mich gerade sehr schmunzeln lassen. Lichtgeschwindigkeit sind 200.000 km pro Sekunde, ich denke also nicht, dass 10m mehr Weg da einen Unterschied machen 😉 Will und kann aber keineswegs smartshitten, weil ich selber den Grund nicht weiß (evtl. der Einfallwinkel, oder Lichtstreuung?), nur aus „wissenschaftlicher Sicht“ hat mich das amüsiert.

    Außerdem eine schöne Sendung, zu einem Film, der mich leider sehr neutral zurück lässt. Ich sehe, dass Q.T. da im Subtext eine Menge politisches/menschliches zu sagen hat, empfinde die Primärebene des Films aber als sehr durchwachsen. Einige Figuren bzw. die Darsteller sind verschenkt, weil kaum mehr als anwesend, die Dialoge packten mich nicht im üblichem Maße (vom recht repetiven x-fachen gegenseitigem Vorstellen und Anschuldigen gar nicht zu reden), weil sie kaum Gefühl für die einzelnen Charaktere schaffen (recht schnell hat man ja das Gefühl, hier könne jeder eigentlich IMMER flunkern) und in Anbetracht, dass Q.T. so stark die Whodunnit-Komponente etabliert, ist ihr Verlauf (und die uninspirierte Auflösung) weder clever, noch vielschichtig, noch dem Zuschauer gegenüber fair genug, als dass sie mich begeistert. In den klassischen Agatha Christie Schinken kannst du, bei ausreichender Detektiv-Gabe, selbst drauf kommen. Hier nutzt Q.T. das eher, um gegen Ende noch die gewaltvolle Entladung sämtlicher Colts unterzubringen. Mir fehlen hier im Rahmen des Films einfach eine Menge subtile Handlungs-, Gesprächs- und Dialog-Elemente, die das Ding runder gemacht hätten.

    Ich fand den Film nicht schlecht, habe aber drei Stunden fast durchweg unbeteiligt im Kino gesessen. Schade.

    1. Johannes sagt:

      Pssssschht, merkt sonst doch keiner.

    2. Johannes sagt:

      Meine Vermutung: Da der Film mit anamorphotischen Ultra-Wide-Angle Objektiven gedreht wurde, könnte es sein, dass die Geometrie und Winkel im Bild auf geraden Leinwänden / TV’s etwas verzerrt aussehen. Das mit der Asynchronität in den Ecken ist natürlich Quatsch, muss ich in der übernächsten Folge (die nächste ist schon im Kasten) mal korrigieren. Glaube, es hat überhaupt nichts mit dem Lichteinfall zu tun. Meist sind die Curved Screens in Kinos so gefertigt, dass sie an jeder Stelle zum Publikum zeigen, damit das abstrahlende Licht des einfallenden Bildes nicht wieder auf der Leinwand landet und den Rest des Bildes auswäscht.

  4. Prolaps- der Schreckliche sagt:

    ..das Willkürliche findet unabhängig vom Filmformat statt,
    Tarantino sagt:

    „Ich bin vielleicht `n Bastard, aber ich bin kein verdammter Bastard!“

    Ich selbst könnte es nicht besser formulieren:

    „Diejenigen, die das Glück haben, noch am Leben zu sein,
    Ihr dürft gehen.
    Aber die abgetrennten Gliedmaßen bleiben hier!“

    ++In diesem Sinne ++ Frohes neues Jahr++

    PS Johannes hat eine wundervolle Stimme

  5. Felix sagt:

    Ich habe die Folge jetzt erst gehört, da ich den Podcast auch erst vor kurzem entdeckt habe und wollte nur kurz was zu einer der Eingangsfragen (ob jemand eine Panne bei der Vorführung erlebt hat) schreiben.
    Habe den Film „damals“ auch auf 70mm im Savoy in Hamburg gesehen und bei mir gab es tatsächlich eine kleine Panne zu Beginn bei der Ouvertüre. Bild und Ton liefen schon, nur der Vorhang ging nicht auf. Dann kam nach 5 Minuten ein Mitarbeiter rein und meinte, dass es wohl ein Problem mit der Technik gab, der Film aber gleich nochmal neugestartet wird. So war es dann auch und ich hatte danach ein wunderbares Kinoerlebnis.

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