Sendung,
99 MIN

#33: Deadpool (Gast: Christian von Second Unit)

Februar 23, 2016


Zusammen mit Gast Christian ergibt sich diese Woche im Podcast ein kontroverser Schlagabtausch der Argumente für und wider der neuen Superhelden-Komödie „Deadpool“. Außerdem noch unsere zusammenfassenden Eindrücke von der Berlinale und Genrenale 2016.

Christians Patreon-Kampagne findet ihr hier. Ansonsten geht es hier zur Webseite des Second Unit Podcasts!

Angesprochene weiterführende Literatur zu Deadpool:
Lolasaufen – Dietrich Brüggemann
Der Zuschauer ist Schuld! – Meta-Komödien und die vierte Wand – Lucas Barwenczik

Für Feedback oder Fragen schreibt eine Mail an feedback@longtake.de. Wir freuen uns sehr über jegliches Feedback via Mail, Kommentarfunktion oder Facebook und Twitter (@longtakede) und auch über jegliche andersartige Unterstützung, vielen Dank für’s Zuhören!

An den Mikrofonen:
Christian (@2nd_unit)
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Shownotes
  • 0:00

    Begrüßung + Superherounit

  • 6:01

    Filmdiskussion: Deadpool

  • 1:25:38

    Recap: Berlinale & Genrenale 2016

  • 1:35:11

    Verabschiedung + Christian auf Patreon + Social Media + Filme der nächsten Woche

11 Kommentare

  1. PandaVegetto sagt:

    Ich habe fast das ganze erste Drittel durchgelacht, ein Fest der Popkulturreferenzen. Als amerikanische Komödie ist der Film für mich der Knaller, als Superheldenfilm ist er recht mittelmässig. Die Origingeschichte wird zwar nicht chronologisch erzählt, inhaltlich hat man sie aber schon zu oft gesehen. Dazu gibt es zu wenig Handlungsorte und Actionsequenzen und der Bösewicht ist lahm. Mein Lieblingswitz war Deadpools Antwort, als Colossus meinte, dass der Professor ihn sehen will.

    Davon abgesehen ist der Film natürlich extrem billig, dass Deadpool es selbst im Film sagt, macht es echt nicht besser. Man hat den Humor und eine abgeschwächte Form der Gewalt aus den Comics, aber inhaltlich ist das hier wieder die typische Hollywoodverfilmung. Im Comic metzelt Deadpool zum Beispiel die untoten Präsidenten der USA nieder, die versuchen das Land zu übernehmen oder er heiratet eine Dämonin. Warum muss es dann im Film eine sehr konventionelle Rachegeschichte sein, in der es um eine Nerd-Traumfrau geht. Und warum muss Deadpool überhaupt im X-Men Filmuniversum spielen? Das ist ja keine künstlerische Entscheidung. Der Film ist für mich überhaupt nicht mutig, er trägt nichts zum Genre bei und ist extrem anbiedernd. Ich habe im Internet gerade das Gefühl, als wäre den Fans gar nicht bewusst, was sie hier gesehen habe. Wenn das der Heilige Gral der Comicfilme sein soll, dann gute Nacht. Und er ist ganz sicher nicht kontrovers, weil er sein eigenes Genre gar nicht kritisch betrachtet.

    Ich bin auch gegen das „Hirn aus“-Argument und Erwartungshaltungen sind etwas sehr Subjektives, was der Filmkritik imo nicht hilft. Aber wenn man bei Deadpool das Hirn aus schaltet, verpasst man ja die ganzen (plumpen) Popkulturanspielungen und Witze über das Franchise.

    In der nahen Zukunft wird DC hoffentlich ein paar Mal auf die Nase fallen und ihre Pläne dann über den Haufen werfen, ich will eigentlich nur den Batman Film von Ben Affleck. Bei Marvel spielen sicherlich auch die „kleineren“ Filme viel Geld ein und Avengers Infinity War lässt auch 2019 noch die Kassen klingeln.
    4/5 für die amerikanische Mainstream-Komödie Deadpool.

    1. Johannes sagt:

      Ich dachte erst, du beziehst dich auf unserer Podcast. Ich sehe es letztendlich auch so wie du, wenn du sagst, dass der Film in erster Linie als gekonnt flache Komödie funktioniert. Wir haben dir im Pod ja auch bei der Feststellung zugestimmt, dass der Film nicht viel Kontroverses oder Originelles bietet. Ich würde dem Film seinen satirischen Wert trotzdem nicht komplett abschreiben. Er hat definitiv auch dort seine Momente.

      Mal was anderes: Wie gefallen dir denn die Episoden mit Gästen? :)

      1. PandaVegetto sagt:

        Je mehr Leute im Podcast, desto weniger redet Lukas. Das geht natürlich nicht!^^
        Christian hat eine sehr angenehme Stimme, inhaltlich bin ich ja anderer Meinung. Wenn es das Thema anbietet, kann man sich Gäste einladen, aber eigentlich hört man ja einen Podcast, weil man die Podcaster mag. Da sind fremde Leute auf Dauer vielleicht etwas störend.

        (Davon abgesehen, ich kann immer noch keine Absätze in meine Kommentare hier einbauen. Das wird immer automatisch zusammengefügt. Das ist doch nicht gut für die Leserlichkeit!)

        1. Johannes sagt:

          Ja, CSS ist nicht so mein strong suit. Aber nach langem durchforsten des Codes habe ich es doch tatsächlich geschafft, die Absätze sichtbar zu machen! :)

  2. Kamil sagt:

    Ich gebe meinem Vorredner soweit Recht – Gäste sollten meiner Meinung nach sparsam dosiert werden. Man ist doch eben ein Gewohnheitstier und andere Eindringlinge werden dann vielleicht kritischer beäugt, als sie es verdient hätten 😉

    Im selben Atemzug muss aber direkt gesagt werden: Christian war ein sehr angenehmer Gesprächsgast, der wusste von was er sprach und in der Diskussion, die teilweise ja auch in einen Streit über Grundsätze abgleitete, nicht unterging. Fühlte sich definitiv danach an, dass er die Runde hier auch mit einem entsprechend nötigem Gegengewicht bereichert hatte :)

    Im Falle von Deadpool fasse ich euren Podcast für mich persönlich als Warnung auf. Wenn der Film tatsächlich Eier bewiesen hätte (oder zumindest konsequenter), hätte ich mich vermutlich drauf eingelassen, aber es hört sich an, als hätte man „just a good time“. Daran ist nicht wirklich was verwerfliches, aber damit gehört er einfach nicht mehr zu der Kategorie von Filmen, für die ich ins Kino gehe – der Film ist eh in einem Jahr auf Netflix zu sehen und das langt mir dann völlig. Ansehen werde ich ihn mir irgendwann aber wohl schon, irgendwie ist man über die Jahre dann doch zum „Marvel-Completionist“ geworden, obwohl ich mich eher über die Filme aufrege, statt sie zu genießen. Furchtbar….

  3. Lars sagt:

    Ich habe mich bei Deadpool durchaus amüsieren können. Der Film verschwindet nach 10 Minuten natürlich fast komplett aus dem Gedächtnis, aber lustig war es irgendwie doch.

    Deadpool enthält ein einziges Element, das halbwegs subversiv ist: Negasonic Teenage Warhead

    Diese Figur ist ein einziger Kommentar auf Deadpool als Figur und Film. Sie ist völlig unbeeindruckt von seinen Kraftausdrücken und seiner Mordlust und führt damit als Teenager (steht ja schon im Namen) den Vorwurf oder die Feststellung des „pubertären Humors“ ad absurdum. Die Kids haben heute Internet, die wissen was läuft und werden nicht mehr von Schimpfwörtern geschockt – die lernen sie, sobald sie irgendeine Form von Chat, Messanger oder Spiel betreten eh schon. Deadpool zeigt uns den Humor, den Pubertäre in den 90ern beeindruckend gefunden hätten, was wiederum perfekt mit dem R-Rating zusammenpasst. Der Humor ist also nicht pubertär, sondern eher spätpubertär bzw. richtet sich an diejenigen, die nicht erwachsen werden können. Der Film macht sich an dieser Stelle so subtil über sich selbst lustig, dass ich nicht genau sagen kann, ob das volle Absicht, an den Anzugträgern vorbeigeschmuggelt oder reiner Unfall ist.

    1. Johannes sagt:

      Schön formuliert allerdings würde ich als Rechtfertigung anführen, dass sich der Film an diejenigen richtet, die nicht erwachsen werden können ODER sich mal für 90 Minuten eine Pause vom Erwachsen sein nehmen möchten. :)

  4. Mikulas sagt:

    Lucas Barwenczik, wenn du einfach alle Filme nicht verstehst und deswegen scheiße findest, bist du vielleicht der falsche Kandidat für einen Film-Podcast. Ich habe euch nach dieser Folge abbestellt, die Attitüde von Barwenczik ist nicht mit meiner grundsätzlich positiven Haltung zum Leben vereinbar.

    1. Johannes sagt:

      Das finde ich natürlich schade, schließlich haben sich Christian und ich ja auch Mühe gegeben, für den Film zu argumentieren. Um diese Kontroverse zu schaffen, haben wir den lieben Christian für Deadpool ja extra in die Sendung geholt.

      Alle Filme findet Lucas übrigens nicht schlecht. Im Gegenteil – er entwickelt für manche Filme gar eine unbändige Leidenschaft (zum Beispiel aktuell für Francofonia, den wir in unserer letzten Sendung besprochen haben). Nur eben selten für Superhelden-Filme. Was uns allen, glaube ich, zunehmend schwerer fällt.

      Trotzdem danke für dein Feedback und vielen Dank fürs Einschalten! :)

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