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74 MIN

#34: Hail, Caesar! / Midnight Special

März 03, 2016
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Während Lukas von radikalen Kommunisten entführt wird, begeben wir uns mit dem neuen Film der Coen Brüder ‚Hail, Caesar!‘ in das Hollywood der 50ger Jahre. Nach gelungener Lösegeldübergabe prüfen wir dann wieder zu dritt, ob wir an unserem Glauben an Regisseur Jeff Nichols auch nach seinem neuesten Film ‚Midnight Special‘ festhalten können.

Weiterführende Literatur:

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An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Shownotes
  • 0:00

    Begrüßung & iTunes Rezension

  • 2:02

    Recap: Oscarverleihung 2016

  • 07:15

    Filmdiskussion: Hail, Caesar!

  • 41:52

    Filmdiskussion: Midnight Special

  • 1:10:25

    Verabschiedung + Social Media + Film der nächsten Woche

5 Kommentare

  1. Kamil sagt:

    Wieder eine sehr schöne Ausgabe mit recht vielschichtigen Besprechungen :)

    Midnight Special konnte ich leider noch nicht sehen, bin nach ‚Take Shelter‘, das ich für ein wirklich anrührendes Drama halte, aber sehr gespannt.
    Bei ‚Hail Caesar!‘ hingegen kann ich euch leider nur in Teilen zustimmen. Ich habe ihn für vieles geschätzt, was auch ihr angesprochen habt. Dieses Gefühl des künstlerischen Prozesses, wo ein jeder kollaborativ sein Talent in die Waagschale wirft und am Ende so etwas wie Magie bei herumkommt, ist mit ganz viel Liebe zum Detail bei mir angekommen und hat mich gerade beim Einblick in die einzelnen Produktionen in einen Zustand des Dauergrinsens versetzt.
    Darüber hinaus hat er mir persönlich aber nicht allzu viel geboten. Versteht mich nicht falsch! Vieles, was ihr angesprochen habt, habe ich auch direkt nach meinem Kinoerlebnis so gesehen: Eddie Mannix als diese Jesus-Figur, die all die Sünden der Schaffenden um ihn herum schultert und dessen existenzielle Krise wie ein roter Faden durch den Film führt. Das alles habe ich zwar gesehen und auf seine Weise wahrgenommen, aber ich habe nichts von allem gefühlt.

    Und das ist so schade, weil, wie bei Lucas auch, ‚Inside Llewyn Davis‘ nicht nur meinen absoluten Lieblings-Coen-Film darstellt, sondern sogar in der Top5 meiner ‚Favorite movies of all time‘-Liste ein schönes Plätzchen findet. Und dort wiederum habe ich hinter diesem Existenzialismus – diesem Menschen irgendwo gefangen zwischen seinem Kunstverständnis und seinem Überleben – totales Gewicht gespürt, das mich sogar zu Tränen rühren konnte. Bei ‚Hail Caesar!‘ wird mir da irgendwie zu leicht drüber gepflügt, wobei es auf seine Weise zum lockeren Ton des Films passt. Naja, hat bei mir einfach nicht so gezündet.

    1. Johannes sagt:

      Kann deine Perspektive generell nachvollziehen, aber es ist eben eine ganz andere Art von Stimmung in diesem Film. In ‚Inside Llewyn Davis‘ befanden wir uns ständig nur an der Seite von Llewyn Davis, was es natürlich erlaubt, eine viel persönlichere Geschichte zu erzählen. Die Struktur von ‚Hail, Caesar!‘ passt auf der anderen Seite sehr gut zu dem satirischen Charakter des Films. Zudem unterstreicht sie die natürliche Dichotomie von Kunst als Kollaboration – während wir in Inside Llewyn Davis auf das (gescheiterte) Genie des einzelnen Künstlers blicken. Aber es ist und bleibt natürlich eine Frage des Geschmacks. Mir machen die lockeren Coen-Filme auch sehr viel Spaß.

  2. PandaVegetto sagt:

    :O Ich habe nicht den ersten Kommentar. :O

    Mein Arthouse Kino war voll bei Hail, Caesar! und ich hatte leider Pech. Laute Menschen, die nicht wussten, dass es ein Coen Film ist und ein Ü50 Paar neben mir, das dann auch noch während der Uboot Szene das Kino verlassen hat. Obwohl sie kurz vorher lautstark festgestellt haben, dass das Frances McDormand auf der Leinwand ist. Ich fand den Film auch unterhaltsam und würde ihn mir noch einmal angucken.

    Ich finde auch, dass es eher eine Liebeserklärung als eine Parodie an Hollywoods goldene Ära ist. Der Film hat einige witzige Szenen, Josh Brolin ist wie gemacht für die Hauptrolle und stellenweise ist Hail, Caesar! grossartig. Es macht auch sehr viel Sinn George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johannson und Channing Tatum für die kleineren Rollen der Hollywoodstars zu besetzen. Jonah Hills Cameo fand ich etwas komisch, da er prominent auf dem Filmplakat steht. Das Problem ist auch nicht, dass er Film zu viele Themen anschneidet und dadurch mit seiner relativ kurzen Laufzeit von 107 Minuten überladen wirkt. Das Problem ist, dass die Teile des Films nicht wirklich ineinandergreifen. Eddie Mannixs abwechslungsreicher Arbeitsalltag lenkt von der eigentlichen Geschichte ab und auch die Erzählstruktur ist nicht konsistent. Der Score von Carter Burwell ist wieder sehr gelungen.

    Auf den Vergleich mit der Vorhölle, sowie Inherent Vice wäre ich gar nicht gekommen. Zumal mir Inherent Vice auch wesentlich besser gefallen. Inside Llewyn Davis als vorletzter Coen Film sowieso.
    Deshalb 3/5 Sternen für Hail, Caesar?

    Midnight Special reizt mich von der Thematik nicht genug für einen Kinobesuch, da wird es dann die Heimkinoversion. Jeff Nichols Mud fand ich gut und Take Shelter grossartig.

    1. Johannes sagt:

      Ungeheuerlich!

      Josh Brolin ist einfach wie gemacht für stoische Charaktere. Besonders wenn sie aus der Feder der Coens stammen. Ansonsten muss ich auch dir bezüglich der Struktur des Films widersprechen. Die scheint ja hier in den Kommentaren nicht gut weg zu kommen. Oben in meinem Kommentar zu Kamils Beitrag bin ich ja schon ein wenig auf das Thema eingegangen. Wie durch spätere Plotwendungen im Film verdeutlicht, ist es ja gerade Intention, die einzelnen Episoden separiert zu erzählen und sie nur durch Willkür und die Magie Hollywoods wieder zueinander zu führen. Es ist ein abartig wie liebenswürdiges Chaos, das selbst der größte Fixer und Meister seiner Profession nur mit viel Anstrengung und noch mehr Glück in die richtigen Bahnen lenken kann. Für mich haben die Struktur, der Rhythmus und die Metapher hier wunderbar zusammengespielt.

      1. PandaVegetto sagt:

        Willkür ist eigentlich ein gutes Stichwort, für mich wirkten viele Szenen willkürlich. Und wenn man nicht das Gefühl hat, dass der Film zusammenpasst, dann funktioniert die Metapher natürlich auch nicht.

        Ich fand auch viele Szenen einfach nicht lustig. Die Kommunisten auf der Party, Jonahs Hills Szene, die Doppelrolle von Tilda Swinton, Frances McDormand und ihr Schal oder auch das gesamte Date von Hobie.

        Die Flugzeugfirma, die Mannix abwerben will, ist Lockheed.

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