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88 MIN

#42: Triple 9 / A Bigger Splash

Mai 09, 2016
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Wir prüfen diese Woche, ob John Hillcoats Actionthriller ‚Triple 9‘ von uns ein Triple-A-Rating erhält und verleihen ‚A Bigger Splash‘ von Luca Guadagnino anschließend Höchstwertungen in der B-Note für eine Arschbombe in einen Pool voller Lust, Narzissmus und Flüchtlingen.

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An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Show Notes
  • 0:00

    Begrüßung + Fanpost + Woody Allen

  • 7:43

    Filmdiskussion: Triple 9

  • 42:29

    Filmdiskussion: A Bigger Splash

  • 1:21:55

    Verabschiedung + Filme der nächsten Woche

8 Kommentare

  1. WW sagt:

    Gut, dass ihr das mit der Dunkelheit in Triple9 erwähnt habt … ich zweifelte schon an meinen Augen bzw. der Projektion des Kinos. Wenn dieser Grad an Dunkelheit wirklich eine bewusste Entscheidung des Regisseurs war, lässt mich das doch etwas an seiner Kompetenz zweifeln.

    Die letzte Szene fand ich wirklich komplett lächerlich.

    SPOILER:

    Warum zur Hölle setzt sich Woodie in das Auto des Hauptverdächtigen? War er so betrunken und zugekokst, dass er Bock hatte zu sterben?

    1. Johannes sagt:

      In großen Kinoketten fällt mir die überdurchschnittlich dunkle Projektion der Filme häufiger auf. In dem Fall lag es wohl aber tatsächlich am Film (oder an beidem zusammen).

      Zum Spoiler:
      Wer weiß, die Motivation des Charakters erschien mir ohnehin nur aus Drogen und einer gewissen Loyalität gegenüber seinen Kollegen zu bestehen.

  2. PandaVegetto sagt:

    „Now, my Woody Allen impression: I’m a neurotic nerd who likes to sleep with little girls.“ ^^

    Bester Wortwitz: Lucas B. (9 9 9)
    Bester Woody Allen Witz: Johannes

    Ich hätte mir bei Triple 9 einen stärkeren Fokus auf die Verbrecher, etwas mehr Action und ein anderes Ende gewünscht hätte. 2,5/5 Sternen
    A Bigger Splash habe ich erst seit letzter Woche auf meiner Watchlist, vielleicht schaffe ich es noch ins Kino.

    Bevor ihr euch irgendeinen komischen Film wie Mängelexemplare anguckt, kann man ruhig ein anderes Thema nehmen. Zählt Drive schon als Klassiker? ^^
    Und bitte, bitte sprecht nicht über Victor Frankenstein.

    1. McBain kennt sich aus! Cleverer Typ.

      „Drive“ 5 Jahre nach Release allein zu besprechen, erscheint mir nicht sonderlich interessant, vor allem, wenn es keinen konkreten Anlass gibt. Vielleicht kriegen wir es ja hin, zum Filmstart von „The Neon Demon“ eine Folge über Nicolas Winding Refn aufzunehmen.

  3. jacker sagt:

    Ach, ihr Genrefilm-Banausen 😀

    Natürlich sieht jeder Filme anders, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, ihr rezensiert TRIPLE 9 wie ein Arthouse-Charakterdrama. Diese ganzen Aspekte (deepe Figuren mit Backstory, etc.) habe ich gar nicht vermisst und völlig andere Aspekte aus dem Film gezogen. Natürlich kann man dreckiges Genrekino auch mit kompetentem Drama verbinden, das hat Mann mit HEAT gezeigt, doch das dauert dann auch wesentlich länger, weil man allen Aspekten gerecht werden muss (Laufzeit HEAT: 3h). Demnach fehlt nichts. Ich mag solche Platzhalter-Figuren sogar und schaue derartige Flicks immer vollkommen durch die Genre-Brille. Auf diesem Level funktioniert TRIPLE 9 eher als harte Bestandsaufnahme einer desaströs an die Wand gefahrenen Welt. In Verbindung mit der packenden Action und dem unfassbar guten (!) Score von Atticus Ross, welcher dem gesamten Film seinen exzellenten Rhythmus gibt, passte das Gesamtbild (für mich) durchweg. Der war in Stimmung, Figuren und Motiven herrlich abgefuckt – Sinnbild für die Aussage des Films ist in meinen Augen, wie Harrelson seine USA-Krawatte als Galgenstrick formt. In der Einstellung schwingt alles mit, was über unsere Welt ausgesagt werden kann und soll.

    Für mich bis jetzt ein Highlight des Jahres, das mich in Wirkung und Motiven sehr an den ähnlich starken DRUG WAR erinnert.

    1. Wir sind halt so großes Fan von Genre-Filmen, dass wir für sie keine niedrigeren Standards haben als für Dramen. :-)

      Das Michael Mann diese Sachen auch in 2 Stunden und weniger erzählen kann, hat er doch schon oft genug bewiesen, etwa mit „Thief“. Hillcoat übernimmt sich einfach mit diesen tausenden Figuren, die zum großen Teil schlicht überflüssig sind.

      Ich habe mir deine Kritik ja nach dem Kinobesuch auch durchgelesen, ich konnte nur nichts von dem, was du beschreibst, in „Triple 9“ finden. Wie schon gesagt: Die Action war für mich konfus und belanglos, irgendwo zwischen einem Marvel-Film und Taken 3. (Wenn ich sie denn überhaupt einmal richtig sehen konnte.)

      Dein Vergleich mit DRUG WAR ist interessant, weil er perfekt aufzeigt, wo Hillcoat scheitert. Schau dir z.B. das Setpiece mit dem Bus dort nochmal an. Da wird clever mit der Umgebung gearbeitet, alles ist (obwohl die Szene ein gutes Tempo hat) absolut klar und immer nachvollziehbar. Johnnie To bietet eine durchdachte Choreographie , während ich bei Hillcoat immer das Gefühl habe, er würfelt aus, welche Einstellung er als nächstes benutzt.

      1. jacker sagt:

        Interessant, dass du gerade THIEF nennst, denn der funktioniert für mich primär aus atmosphärischer/ästhetischer Sicht brillant, gibt aber in seinen 2h Laufzeit den wenigsten Figuren einen Hintergrund, welcher ihr Handeln über SEHR simple Motivation(en) hinaus motiviert. Bei Frank geht das gerade noch (hat keine Zeit zu verlieren, will nicht zurück in den Knast) und wird durch schöne Symbole erfahrbar gemacht (seine Collage), aber ansonsten ist doch niemand im Film eine wirkliche Figur.

        Aber ich merke, obwohl ich ihn selbst gebracht habe, dass der Vergleich mit Mann (auch HEAT) sowieso hinkt, weil bei ihm klassische Charakterzeichnung eher in den Hintergrund rückt. Eigentlich dreht Mann ja immer den selben Film, der im Kern reflektiert, wie Mann-Männer (Copyright: Max, Wiederaufführung) aus der Realität ausgeklingt sind, weil sie sich zu sehr für ihre Profession aufopfern.

  4. PandaVegetto sagt:

    Am Montag noch bei A Bigger Splash im Kino gewesen. Mir hat der Film gefallen, aber ich würde wohl nur 3 von 5 Sternen vergeben. Ansonsten Copy & Paste Meinung von mir. ^^

    Zwei Paare im Urlaub am Swimmingpool. Neben Sex verströmt der Film auch noch ein herrliches Sommergefühl. Die Schauspieler sind sehr gut, das Beziehungskonstrukt ist reizvoll und es gibt einige interessante Kameraeinstellungen. Leider verpufft die Beziehungsdynamik im dritten Akt völlig, und das ganze fühlt sich an wie ein sehr zäher Epilog. Ich dachte auch kurz, dass der Film vorbei wäre nach dem Konflikt. Die Rückblenden werden auch nicht konsequent eingesetzt, ich hätte gerne noch etwas mehr von Tilda Swintons Figur gesehen. Denn so hatte Marianne eher etwas von einer Hausfrau, als von einem Rockstar. Glamour und Selbstbewusstsein legt man sicherlich auch im Urlaub nicht komplett ab. Auf der anderen Seite passt es so natürlich zur Gegensätzlichkeit von Marianne und Harry. Dakota Johanson hätte ruhig noch ein paar mehr Szenen haben dürfen, aber es ist schön, dass sie auch gute Filme machen darf. Da kann E. L. James mal sehen, wie purer Sex aussieht.

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