Sendung,
104 MIN

#56: The Shallows / Elliot, der Drache

August 31, 2016

Wir suchen mit ‚The Shallows‘ nach Tiefe in flachen Gewässern und fragen uns, ob der wilde Flug mit ‚Elliot, der Drache‘ tatsächlich so abenteuerlich ist. Außerdem unser brandneues Feedback-Segment.

An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

Für Feedback oder Fragen schreibt eine Mail an feedback@longtake.de. Wir freuen uns sehr über jegliches Feedback via Mail, Kommentarfunktion oder Facebook und Twitter (@longtakede) und auch über jegliche andersartige Unterstützung, vielen Dank fürs Zuhören!

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Shownotes
  • 0:00

    Begrüßung

  • 1:31

    Filmdiskussion: The Shallows – Gefahr aus der Tiefe

  • 43:51

    Feedback & Meinungen der Hörer

  • 53:47

    Filmdiskussion: Elliot, der Drache

  • 1:37:22

    Verabschiedung + Filme der nächsten Woche + Social Media

  • 1:42:08

    Outtakes

6 Kommentare

  1. PandaVegetto sagt:

    Erst einmal Lob für die fünf Podcastfolgen in einem Monat mit einem regelmässigen Releasetag. Daran könnte ich mich gewöhnen.

    Wegen der positiven Kritiken und Robert Redford habe ich gar nicht vermutet, dass Elliot wirklich ein reiner Kinderfilm ist. Ich habe die Filme übrigens nicht richtig vorgeschlagen, sondern eure Vorschläge kommentiert! ^^
    Mein ziemlich kleiner Freund IST schrecklichstes französisches Mainstreamkino. Don’t Breathe wird ja gerade sehr positiv aufgenommen, bei Horrorfilmen bin ich da immer misstrauisch. Da Personal Shopper auch in Hamburg läuft, wünsche ich mir dazu schon mal eine eigene Folge.

    Was ist eigentlich aus der Idee „Longtake After Dark“ geworden?

  2. Jan sagt:

    Erstmal möchte ich mich für all die großartigen Episoden bedanken, die ich gehöht habe ohne mich zu Wort zu melden. Nun habe ich endlich mal eine der besprochenen Filme selbst gesehen.
    Vor zwei Wochen ging ich nichtsahnend in die Sneakprewiev im Kino in Münster. Nachdem der „Moderator“ des Abendes einen Film ankündigte, der „an der körperlichen Unversehrtheit kratzt“ hörte man von überall Stimmen, die sich über ihre Angst bzw. Abneigung gegenüber Horrorfilmen austauschten. Kurz danach schränkte besagter Moderator die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit auf die Filmfiguren ein; wir könnten uns in unseren Sitzen gefahrlos zurück lehnen und die „Schauwerte, besonders für die Männer“(Sinngemäß der Abschlussgag des „Moderators“) genießen.

    Ich hatte noch nie von dem Film gehört, geschweige denn einen Trailer gesehen. Also eigentlich ideale Voraussetzungen für eine Überraschung.

    Jetzt aber endlich zum Film selber. Dieser Film ist der schlechterst Film, den ich jemals im Kino gesehen habe. Zugleich war es aber auch die tolle Kinoerfahrung, die ich jemals gemacht habe. Das lag vor allem daran, dass aber dem Moment, in dem sich die Hauptdarstellerin ihre Wunde mit ihren Ohrringen zugetackert niemand diesen Film mehr ernst genommen hat. Ab da war es wie ein Trashfilm-Abend mit Freunden. Ständig musste jemand auf Grund der absurd dämlichen Entscheidungen der Hauptdarstellerin laut los lachen. Nach dem großen „Finale“ hat der gesamte Saal geklatscht und sich gefreut, dass es endlich vorbei war.
    Anmerken muss ich noch, dass dieser Film aufgrund seiner lieblosen Oberflächlichkeit mir sehr wohl so etwas wie körperliche Schmerzen zugefügt hat.

    Ich möchte Johannis in jedem Kritikpunkt beipflichten und mich auch seinem Entsetzten gegenüber Lukas B.’s Verteidigungspamphlen anschließen. Es handelt sich meiner Meinung nach bei diesem Film um ein absolut vorhersehbaren Survival/Horror Film, dem jegliches Alleinstellungsmerkmal fehlt und der es keine Sekunde schafft Emotionen außer Spott und Häme aus mir herauszuhohlen.

    Zum Abschluss möchte ich noch eine Satz aus der Reviewrubrik der Münsteranerkinozeitschrift zertieren: „Beste Schauspielleistung von der Möwe. Der Rest Müll“

    Dennoch möchte ich mich für die wieder einmal gelungene Diskussion bedanken. Ihr macht meiner Meinung nach einen der besten und wichtigsten Medienpodcasts Deutschlands. Danke dafür und mach bitte noch lange so weiter, sonst würde mir wirklich etwas fehlen.

    Viele liebe Grüße
    Jan

  3. Kamil sagt:

    Schönes Hin- und Her bei ‚The Shallows‘ – ich habe den Film zwar nicht gesehen und kann daher wenig inhaltliches dazu beitragen, wollte aber nur anfügen, dass ich passenderweise letzten Monat den Spielberg-Kracher ‚Der weiße Hai‘ tatsächlich zum allerersten Mal gesehen habe, der mich mit seinen runden Figuren, seiner Metaphorik, seinem durchdachten Spannungsverlauf und dem gekonnten Schnitt wirklich in den Bann gezogen hat. Wie hat er denn euch gefallen?

    Eure Diskussion zu Kinderfilmen im Allgemeinen fand ich sehr interessant. Erstmal ist ja alles nach der reinen Definition ein akzeptabler Kinderfilm, der ganz klar für Kinder als Zielgruppe intendiert wurde und inhaltlich deren Lebenswirklichkeit widerspiegelt. Ob es sich dabei dann allerdings um einen GUTEN Kinderfilm handelt, muss jeder anhand seiner eigenen Kriterien ausmachen – ich bin da eher auf Lucas‘ Seite und finde auch, dass Kindern immer wieder zu wenig zugetraut wird, als sie es eigentlich verdient haben. Ich selber komme aus dem pädagogischen Bereich und das wichtigste, was Erwachsene in Hinblick auf den Umgang ihrer Kinder mit Medien tun können, ist mit ihnen über das vorher gelesene / gesehene zu kommunizieren und es mit ihnen gemeinsam aufzuarbeiten. Und in dieser Hinsicht bieten Filme beispielsweise vom Studio Ghibli, in denen meistens Figurenzeichnungen nicht im reinen Schwarz oder Weiß erfolgen, viel mehr Gesprächsanlässe, um Fragen der Moral zu erforschen. Ich habe mich übrigens sehr über die Nennung von ‚Mein Nachbar Totoro‘ gefreut, den ich dafür als beispielloses Meisterwerk ansehe!
    Übrigens verstehe ich die Bedenken, was die Finalsequenzen von den meisten Kinderfilmen angeht, nur zu gut. Alles was ich bei so Filmen wie ‚Ich, einfach unverbesserlich 2‘ , ‚Drachenzähmen leicht gemacht 2‘ etc. am Ende gesehen habe – wo es möglichst darum ging, abertausende von animierten Elementen in rasanten Schnitten möglichst gleichzeitig bewegen zu lassen (ein Vorwurf, von dem sich auch nicht alle Ghibli-Filme gänzlich freisprechen können) – empfinde ich nur noch als ermüdend und nichtssagend. Ein schöner Gegenentwurf war in dieser Hinsicht Studio Laikas ‚Coraline‘, den ich zuletzt nachgeholt hatte und wo das Ende des Films in eine kleine, persönliche Versteckspiel-Sequenz überging!

  4. Paranoyer sagt:

    Hi!

    Melde ich mich auch mal wieder zu Wort.

    Zu THE SHALLOWS: ich fand ihn auch in der Tat ziemlich furchtbar, weil er die großartige Chance, ein Psychothriller zu werden, eine spannende Konfrontation zwischen Mensch und Natur, komplett zugunsten einer trashig abgespulten Geschichte, die in vielen Teilen auch von „The Asylum“ hätte sein können (wenn auch mit schönerer Kinematographie), dran gibt. Und diese Sache mit der nicht-existenten peripheren Wahrnehmung macht mich jedes Mal, wenn ich den Filmtitel auch nur höre, fast wahnsinnig. Wen „my 2 Cents“ interessieren, hier entlang: http://kuleschow-effekt.blogspot.de/2016/09/the-shallows-gefahr-aus-der-tiefe-2016.html

    Das Kinderfilm-Projekt finde ich sehr interessant und es würde mich freuen, wenn es umgesetzt werden würde. Ingesamt hat eure Diskussion mich auf jeden Fall darin bestärkt, dass ich ELLIOT, DER DRACHE dann auf DVD nachholen werde. Ich „befürchte“, es könnte womöglich genau mein Ding sein.
    Zu Kinderfilmen allgemein: was an deutschen Produktionen teilweise in die Welt hinausgepustet wird, spottet in der Tat jeder Beschreibung. Deutsche Kinderfilme begegnen ihren Zuschauern oft nicht auf Augenhöhe, was ich gerade in diesem „Genre“ als besonderen Frevel ansehe. Natürlich gibt es hübsche Ausnahmen, aber für jeden „Sputnik“ gibt es zig „Teufelskicker“ oder „Hier kommt Lola“. Anders, zumindest habe ich das Gefühl, verhält es sich in Skandinavien, wo Kinder sowohl als Protagonisten wie als Rezipienten ernst genommen werden. Ein hervorragendes Beispiel wäre der dänische „Der Traum“, der sogar so konsequent ist, dass er mit dem Ende moralisierende Erwachsene zu verprellen droht, aber die kindliche Perspektive dadurch strigent durchhält.
    Auch aus Norwegen kommen viele interessante Filme, die Kinder und ihre Erfahrungswelten und – ja, genau – ihr Recht auf Unterhaltung respektieren. „SOS – Ein spannender Sommer“, „Die Farbe der Milch“, „The Liverpool Goalie“, „Anne liebt Philip“. Vielleicht wäre mal Zeit für ein Special. 😉
    Auf dem Gebiet meiner heißgeliebten Animation würde ich noch den Iren Tomm Moore lobend erwähnen, weil seine Filme ästhethisch und inhaltlich für Zuschauer jeden Alters ein Genuß sind und weil sie unaufdringlich die CGI-Übermacht aus den USA aufbrechen. Ähnlich wie der französische DIE WINZLINGE – OPERATION ZUCKERDOSE – ohne Sprache, schon für kleine Kinder geeignet, assoziativ, spannend, episch, lustig. Es gibt schon viel gutes für kleine Zuschauer da draußen, es läuft nur oft leider eher unter dem Radar.

    Sobald mein Sohn Filme sehen und verstehen kann, komme ich dann mit weiteren Erkenntnissen zurück.

  5. rrho sagt:

    Auch wenn ich ELLIOT DER DRACHE immer noch nicht habe sehen können, hat mich Eure Diskussion dazu – und vor allem zum Thema Kinderfilm im allgemeinen – natürlich besonders interessiert und, wie ich zugeben muss, auch etwas aufgeregt. 😉 Die zentrale Frage dahinter ist für mich immer: Was erwartet man eigentlich von einem Kinderfilm? Was sind die Kriterien, ihn zu bewerten? Ist er primär ein Unterhaltungsvehikel, oder hat man da schon einen anderen Anspruch? Und wenn ja, welchen?

    Für mich – und in der Beschäftigung mit meinen Kindern und ihren Interessen – war recht schnell klar, dass ich an Kinderfilme mit ähnlichen Qualitätsanforderungen herantreten würde wie an Kinderbücher – da lese ich ja auch nicht alles vor, sondern wähle aus. Und bei genauerer Überlegung habe ich im Grunde an einen guten Kinderfilm ähnliche Ansprüche wie an einen Film „für Erwachsene“ – natürlich muss er, dem jeweiligen Alter gerecht, anders gestaltet und inszeniert sein, aber auch da reicht mir zumindest unterhaltsam allein nicht aus.

    Schwierig ist die Frage, ob ein Kinderfilm auch Erwachsenen gefallen können sollte. In der Tat finde ich es schwierig, wenn sich das vor allem über reichlich mediale Zitate ergibt, die in den Film eingebaut sind, damit die Eltern auch was zu lachen haben – allerdings ist das manchmal so gut gemacht, dass es auch wirklich funktioniert. Meiner Meinung nach sind allerdings die besten Kinderfilme wirklich so, dass Eltern sich darin nicht langweilen – einfach weil die Geschichten toll sind, die Figuren komplex, das Ganze nicht auf debile Einfachheit runtergedimmt. Man muss Kinder schließlich nicht unterfordern, die kommen mit Komplexität schon ganz gut zurecht. Nur ihnen Angst machen sollte man nicht zuviel. (Schön ist dazu das Interview mit Andreas Steinhöfel in der RAY: http://www.ray-magazin.at/news/ich-hasse-es-wenn-ein-kinderfilm-paedagogisch-wird)

    Wenn Ihr auf dem Filmfest Hamburg seid: Ich habe noch nicht viel aus dem Programm vorab sehen können, aber PHANTOM BOY ist ein schönes Beispiel für einen Film, der nach diesen Kriterien für Erwachsene und Kinder zugleich funktioniert; der zugleich ästhetisch interessant ist, mit seinem Genre spielt und überhaupt sehenswert ist. Ich habe das mal in einer Kritik zu beschreiben versucht: http://kinderfilmblog.de/2016/09/michel-kinderfilmfest-phantom-boy-2015/

    Würde mich freuen, zu hören, was Ihr davon denkt. Und ob Ihr Lust habt, das Thema Kinderfilm vielleicht noch einmal ein wenig tiefergehend zu besprechen. :-)

  6. Tom sagt:

    Wer schreit, hat Unrecht.
    Finde ich sehr schön wie ruhig und souverän Ihr beiden eure Meinung vertretet. Wie der Dritte in der Runde aus seiner Haut fährt, ist auf Dauer leider echt störend. Und trotz der ganzen tollen Argumente für den Film eine andere Meinung als die eigene nicht mal tolerieren zu können und sich in unfaire Polemik zu flüchten ist nicht gerade ein Zeichen von Größe. Allein der Trailer lässt die Dillentantismus-Behauptung geradezu lächerlich erscheinen. Aber vielleicht fehlt da auch einfach die Bereitschaft, hinzusehen.

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