Rezension,

Whiplash (2014)

März 04, 2015

Unter der Führung eines skrupellosen Lehrmeisters strebt ein talentierter junger Jazz Schlagzeuger nach Perfektion und wahrer Größe. Besessen von seinem Traum und überzeugt von seinem Können opfert er sich und seine Menschlichkeit zunehmend der Kunst.


Whiplash. Stets im Takt. Double time swing, was für ein Tempo. Die Schnitte, die Kamera, der Jazz. Wild, besessen und berauschend. Die Trommelschläge sitzen, du spürst es. Und doch scheint irgendwo unter den Blechbläsern ein Arschloch zu sitzen, das sich gelegentlich eine halbe Note im Ton vergreift. Es ist nur eine halbe Note, trotzdem raubt sie dem Werk seine Perfektion. Zugegeben, vielleicht war es weniger einer der Blechbläser als die Probleme mit Plot und Glaubwürdigkeit. Fast wäre das eine Schande für ein Werk als Plädoyer für Perfektion und dem Streben nach wahrer Größe.

Doch die Trommelschläge treffen noch immer den beschleunigten Takt, führen dich zum großartigen Finale. Und selbst wenn danach die letzten Töne langsam verklingen und die Leinwand sich wieder in ihr schwarzes Gewand hüllt, die virtuos trügerische Regie entführte Sympathien wieder freigibt und deine Aufregung schwindet, dann tritt die Ambiguität des Strebens nach Perfektion im ganzen Ausmaß ihrer dunklen Pracht in den Fokus deines Sichtfelds, sie hatte sich zuvor bereits blutrot angekündigt.

Wertung: 

Text von Johannes Dahlke


Whiplash
Kinostart: 19.02.2015
Genre: Drama, Musik
Regie: Damien Chazelle
Laufzeit: 107 min.
Verleih: Sony Pictures Germany

 

 

 

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