Schlagwort: kritik


Der letzte Bericht von der diesjährigen Berlinale. Tag 8 und 9. Lukas und Lucas sehen den neuen „8-Stunden-Film“ von Lav Diaz. Außerdem Sandstorm, Time was Endless, A Dragon Arrives & Auf einmal!

Tag 7 für unsere beiden Survival-Spezialisten auf der Berlinale und es werden immer noch Filme geschaut. Wir hören Berichte zu Zero Days, The Commune, News from Planet Mars, Miles Ahead. Außerdem wird der Sundance-Hit Goat besprochen. Ferner ersetzen die Jungs ihre Faszination für Meryl Streep durch eine Faszination für Anke Engelke. Schlechte Entscheidung, wenn ihr mich fragt.

Nach dem Bergfest geht es weiter bergauf! Denn am 6. Tag auf der Berlinale zeichnet sich für Lucas und Lukas endlich ein positiver Trend ab. Ironischer Weise wissen gerade Sundance Filme zu überzeugen. Besprechungen zu Genius & vielen weiteren Filmen.

Bergfest auf der Berlinale. Lucas und Lukas berichten von Alone in Berlin und vielen weiteren Filmen wie z.B. Death in Sarajevo, Crosscurrent. Außerdem die obligatorischen News zu Meryl Streep.

4. Tag auf der 66. Berlinale mit einem Bericht zu „Der Nachtmahr“, einem verwirrten Eindruck von „Cosmos“ auf der Woche der Kritik, einem Verriss zu „The Music of Strangers: Yo-Yo Ma and the Silk Road Ensemble“, einem Lob für „Indignation“ & natürlich mehr Insider-News zu unserem Lieblings-A-Promi-Nummer-1: Meryl Streep.

Lukas und Lucas berichten vom dritten Tag auf der 66. Berlinale. Besonders erwähnenswert ist der Film L’avenir von Mia Hansen-Løve. Außerdem warme Worte für das Blogger/Podcaster-Treffen und mehr Eindrücke von Meryl Streep!

Lucas und Lukas berichten von der 66. Berlinale. Mit vielen Eindrücken von frischen Filmen und einer guten Menge Meryl Streep. In dieser Folge besonders erwähnenswert: Midnight Special von Jeff Nichols.

In der zweiten Folge unseres Formats „Der Wilhelmsschrei“ diskutieren wir über Spoiler. Nein, nicht das aerodynamische Autobauteil. Warum würden wir in einem Filmpodcast über Autos reden? Allgemein: Wieso sollte man jemals über Autos reden? Autos sind langweilig, sie fahren von A nach B. Toll. Was soll man denn bei einem Buchstaben? Ein einzelnes Zeichen einer Phonem-basierten Schriftsprache ist kein gutes Zuhause. Hier lesen, nein danke.

Die im Podcast angesprochene Studie.

Für Feedback oder Fragen schreibt eine Mail an feedback@longtake.de. Wir freuen uns sehr über jegliches Feedback via Mail, Kommentarfunktion oder Facebook und Twitter (@longtakede) und auch über jegliche anderweitige Unterstützung. Vielen Dank für’s Zuhören!

An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

SHOWNOTES

00:00:00 – 00:01:12 / Begrüßung
00:01:13 – 00:39:18 / Diskussion: Spoiler
00:39:19 – 00:41:51 / Verabschiedung + Outro

Manche Dinge sind so omnipräsent, dass über sie zu sprechen trivial scheint. Das Wetter zum Beispiel, von dem natürlich trotzdem alle reden. Oder auch: Werbung. Genau wie wir immerzu den Witterungen ausgesetzt sind, prasseln jeden Tag Tausende von Werbebotschaften auf uns ein, von Plakaten, aus Zeitschriften, Fernsehen und Radio, in Form von Pop-Ups und Spam-Mails. (Je nach Studie sind es täglich irgendwo zwischen drei- bis dreizehntausend.)

Wir sind mittlerweile an ihre Allgegenwart gewöhnt, Werbung ist so sehr zum Naturgesetz geworden wie Regen, Hagel oder Sturm. Es gibt sogar ähnliche Bewältigungsstrategien, einen Ad-Blocker spannen wir wie einen Regenschirm über unserem Browser auf, um den Web-Alltag erträglich zu gestalten.

Doch es gibt auch Formen der Werbung, die auf kuriose Weise umarmt und geliebt werden. Zum Beispiel Teaser und Trailer. Während klassische Clips (etwa einer für Weichspüler) in der Regel kaum auf eine große Reichweite in den sozialen Netzwerken hoffen dürfen – selbst wenn gerade das in Zeiten des viralen Marketings natürlich immerzu angestrebt wird – verbreiten sich Trailer zu großen Filmreihen wie Lauffeuer.

© Walt Disney Studios Motion Pictures

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Gefühlt die Hälfte aller Nachrichten auf Filmseiten beschäftigt sich mit den kurzen Clips, die einen ersten Blick auf das Endprodukt bieten sollen. Trailer bringen Klicks, vor allem dann, wenn es um Marvel, Star Wars oder ähnliche Mega-Franchises geht. Während für die meisten Veröffentlichungen einige Worte der Einordnung reichen, muss es in solchen Fällen gleich eine Analyse sein, gerne auch Bild für Bild, als Klickstrecke.

Es ist ärgerlich, dass Online-Filmjournalismus auf solche Rattenfängerei zurückgreifen muss. Die behauptete kritische Auseinandersetzung findet in der Regel nicht statt – sie kann in den meisten Fällen überhaupt nicht gewährleistet werden. Schon eine klassische Kritik kann nur ein Abbild der ursprünglichen Erfahrung bieten, gefiltert durch die Augen des jeweiligen Autors. Dabei ist es wünschenswert, wenn auch eine Perspektive aufgezeigt wird, die nicht deckungsgleich mit der jeweiligen Marketing-Kampagne ist, also mit der Perspektive von Studio und Verleiher. (Sonst könnte man ja einfach Pressmitteilungen abdrucken.)

Doch keine andere kann dargestellt werden, wenn Trailer zum Gegenstand der Betrachtung werden. Sie zeigen den Film, reduziert auf seinen Markenkern, erniedrigt auf seinen reinen Kundennutzen und die unique selling points. Es gibt keine Veröffentlichung, die nicht im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz entsteht; ein innerer Widerstreit, der mal mehr, mal weniger erbittert geführt wird. Nur selten haben jene, welche klassischerweise der Künstler-Seite zugerechnet werden, also vor allem die Regisseure, wirklichen Einfluss auf die Art und Weise, wie das Ergebnis ihrer Arbeit beworben wird.

Da werden Musikstücke eingesetzt, wo eigentlich Stille herrschte. Rhythmus und Schnittfolge werden verändert. Figuren, die sich eigentlich nie begegnen, sprechen plötzlich miteinander. Das Ende wird zum Anfang und der Anfang zum Ende. Ernste Dramen werden Schenkelklopfer-Komödien und Satiren werden plötzlich zu dem Objekt ihres eignen Spottes. (Wer sich an sogenannten Spoilern stört, darf sich regelmäßig über die minutiöse Nacherzählung der gesamten Handlung ärgern.)

Wer Trailer diskutiert, spricht über das Abbild eines Abbildes eines Abbildes, quasi homöopathischer Journalismus, bei dem am Ende nur noch einige Partikel des ursprünglichen Films in einem Meer aus Belanglosigkeit und PR-Rhetorik schwimmen. Zuvor wurde das Ganze gefiltert durch die Augen der Marktnutzbarkeit. Man macht dabei, ganz automatisch, selbst Werbung und hat sich vereinnahmen lassen. Jede kritische Distanz geht unweigerlich verloren.

© Walt Disney Studios Motion Pictures

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Es liegt sicher ein Wert in der Meta-Betrachtung der kleinen Zusammenschnitte von Sequenzen und Einstellungen, in der Betrachtung des Verhältnisses zwischen dem Werbeimage eines Films und seiner tatsächlichen Beschaffenheit. Stattdessen wird lediglich wild gemutmaßt, gewünscht und gehofft, Fandiskurs wird von Foren- und Kommentarspalten auf die Startseiten von Blogs und Online-Magazinen verlagert.

„Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“, warb 1966 die Deutschen Bundesbahn (was angesichts der Ausfälle und Verspätungen, die der Wintereinbruch in jedem Jahr aufs Neue mit sich bringt, reichlich absurd erscheint.) Und auch wenn das Ganze nicht eindeutig ein Nullsummenspiel sein mag, Cinephile sollten verkünden: „Alle reden von Trailern. Wir nicht, wir reden lieber über Filme.“



INHALT

Diese Woche reimen wir unzählige Kraftausdrücke für unsere Diskussion zu Straight Outta Compton aneinander und lassen uns (wider-)willig in Das Märchen der Märchen hinter den sieben Bergen entführen. Und unsere wöchentlichen Empfehlungen gibt’s umsonst dazu!

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An den Mikrofonen:
Johannes (@joukoda)
Lucas B. (@Kinomensch)
Lukas M. (@cinedrifter)

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

SHOWNOTES

00:00:00 – 00:02:34 / Begrüßung
00:02:34 – 00:32:02 / Filmdiskussion: Straight Outta Compton
00:32:02 – 00:58:11 / Filmdiskussion: Das Märchen der Märchen
00:58:11 – 01:04:34 / Empfehlungen der Woche
01:04:34 – 01:05:33 / Verabschiedung

Straight Outta Compton:
Johannes: Lucas B.: Lukas M.: 

Das Märchen der Märchen:
Johannes: Lucas B.: Lukas M.: 

Empfehlungen der Woche:
Johannes: Alexander Krichel – Rachmaninov: Piano Concerto No. 2 & Moments Musicaux (Musikalbum)
Lucas B.: The Canon (Podcast)
Lukas M.: Giambattista Basile – Das Märchen der Märchen oder Das Pentameron 


INHALT

Wir verirren uns in korrupten Intrigen, tief verstörten Charakteren und unseren eigenen Argumentationen für und wider der zweiten Staffel von HBOs True Detective. Ist sich die zweite Staffel ihrer Identität als Serie bewusst oder genauso auf der Suche nach Halt wie ihre Charaktere? Für Feedback oder Fragen schreibt eine Mail an feedback@longtake.de. Wir freuen uns sehr über jegliches Feedback via Mail, Kommentarfunktion oder Facebook und Twitter (@longtakede) und auch über jegliche andersartige Unterstützung, vielen Dank für’s Zuhören! An den Mikrofonen: Johannes (@joukoda) Lucas B. (@Kinomensch) Lukas M. (@cinedrifter) (Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

SHOWNOTES

00:00:00 – 00:02:08 / Begrüßung
00:02:08 – 00:09:45 / Rückblick: True Detective – Staffel 1
00:09:45 – 00:54:26 / Diskussion: True Detective – Staffel 2
00:54:26 – 00:56:17 / Verabschiedung

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